Atrophe (Akne-) Narben

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Atrophe (Akne-) Narben 2017-05-19T09:32:33+00:00

Der Entstehung von atrophen (eingesunkenen) Narben liegt häufig eine länger bestehende Entzündungsreaktion (schwere Akne) in tieferen Schichten der Haut zu Grunde. Die anhaltende Entzündung führt zu einer Zerstörung von tieferen Strukturen (Lederhaut, Unterhautfettgewebe) der Haut, die als Substanzverlust (Einsenkung) erscheint.
Atrophe Aknenarben werden in drei Typen (wurmstichartig, varioliform, wellenartig) unterteilt und sprechen recht unterschiedlich auf die jeweilige Behandlung an. Ausgehend vom Narbentyp können die geeigneten Therapieoptionen abgeleitet werden.
Operative Verfahren beinhalten die Stanzexzision bei kleinen, tief eingesunkenen, wurmstichartigen Narben.
Die Subzision (das Unterminieren von Verwachsungen unterhalb der eingesunkenen Narbe mit einer speziellen Nadel) kann bei tiefen wellenartigen Narben empfohlen werden.
Das hochtourige Schleifen und Fräsen (Dermabrasion) kann zur Behandlung von großflächigen tieferen Aknenarben erwogen werden, birgt aber das Risiko von Nebenwirkungen wie beispielsweise überschießende Narbenbildung und langanhaltende Pigmentverschiebungen.

Gute Ergebnisse zeigt heute die Anwendung von ablativen fraktionierten Lasern (CO2 oder Er:YAG). Dieses neue ablative Verfahren bewirkt keine Ablation der gesamten Epidermis, sondern von räumlich getrennten, mikrokopisch kleinen Arealen, den MAZ (Microscopic Ablation Zones). Ausgehend von den erhaltenen Hautbrücken erfolgt eine rasche Restrukturierung der Haut. Durch den thermischen Effekt des fraktionierten CO2-Lasers in der Lederhaut kommt es zusätzlich zu einer Stimulation des Kollagenumbaus und Hautstraffung.
Die Ausfallzeiten sind gegenüber den klassischen Verfahren des ablativen Resurfacings deutlich verkürzt, dennoch sind die beahndelten Areale für mindestens eine Woche geschwollen, gerötet und schuppig. Vor der Behandlung sollte vor allem nach vorhergehenden Isotretinoinbehandlungen, Tendenz zu Hyperpigmentierungen und durchgemachten Herpesinfekten gefragt werden. Das Risko von Pigmentverschiebungen sollte mit Hilde einer Probelaserung in einem repräsentativen kleinen Areal abgeklärt werden. Je nach Schmerzempfinden kann die Betäubung entweder mittels oberflächlich aufgetragener Lidocain-haltiger Creme und/oder systemisch (z.B. 1000 bis 2000 mg Paracetamol) erfolgen. Zusätzlich kann die Haut mit einem Kühlgerät oder feuchten Eiswasserkompressen gekühlt werden.
Nach allen Laserbehandlungen ist die neu gebildete Haut auch nach Monaten sehr lichtempfindlich, so dass sie regelmäßig durch Anwendung eins Sonnenschutzmittels, das sowohl vor UVA- und UVB-Bereich (LSF 50 oder 50+) wirkt, geschützt werden sollte. Das Ergebnis hängt auch von dem verwendeten Laser und dessen Eindringtiefe ab, in manchen Fällen kann bereits eine einzige Sitzung eine deutliche Verbesserung erbringen.
Alternativ kann versucht werden, mit einem geeigneten Nadelroller (mindestens 1,5 mm Nadeln, Medical Needling) das Narbenbild zu verbessern. Vorteil ist bei diesem Therapieansatz gegenüber den fraktionierten Lasern die geringe „Downtime“ und weniger Nebenwirkungen, Nachteil ist, dass in jedem Fall mehrere Behandlungen erfolgen müssen (ca. 4 bis 6 Behandlungen). Da sowohl bei den fraktionierten (CO2-) Lasern als auch beim Medical Needling die Umbauprozesse des Narbengewebes im Vordergrund stehen, benötigt es ca. vier bis neun Monate bis die finalen Ergebnisse der Behandlung ersichtlich sind.