Die Erfahrung macht deutlich, dass sich überschießende Narben leichter verhindern als behandeln lassen. Bei Risikopersonen sollte daher die Narbentherapie bereits präventiv ansetzen, um so das Risiko einer unschönen Narbenbildung zu verringern.

Von ärztlicher Seite werden heutzutage folgende Punkte bei Operationen berücksichtigt:

  • Schnittlinienführung entsprechend den Spannungslinien der Haut
  • spannungsfreier Wundverschluß
  • geeignetes Nahtmaterial
  • optimale Nahttechniken
  • Beachtung von Problemzonen (Brust, Schulter, Ohrläppchen)
  • Vermeidung von Wundinfektionen

 

Der Patient selbst sollte frische Narben von vornherein

  • wenig Zug, Druck und Dehnung aussetzten (d.h. je nach Lokalisation der Narbe Sport für mind. 4-8 Wochen meiden)
  • konsequent vor Sonne schützen und
  • bei plötzlicher Wachstumszunahme des frischen Narbengewebes möglichst frühzeitig wieder vorstellig werden
  • bei ausgeprägter Akne möglichst frühzeitig einen Hautarzt kontaktieren um diese konsequent behandeln zu lassen (um eingesunkenen Aknenarben vorzubeugen)

 

Bei bekannter Neigung zur Ausbildung von Keloiden und hypertrophen Narben kann direkt nach der Operation Kortison in die frische Operationswunde injiziert werden. Laut deutscher und internationaler Leitlinie kann die frühzeitige Anwendung (ca. 2 bis drei Wochen nach der Operation) von Druckverbänden, Silikongelen, -pflastern oder Zwiebelextrakt- enthaltenden Narbengelen das Risiko einer unschönen Narbenbildung reduzieren.