Übermäßiges Schwitzen

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Übermäßiges Schwitzen 2015-05-04T23:19:18+00:00

Normalerweise ist Schwitzen ein lebenswichtiger Vorgang. Die Schweißdrüsen geben Schweißwasser ab. Das Wasser verdunstet und kühlt so die Körperoberfläche. Dadurch entledigt sich der Körper von zu viel innerer Wärme und überhitzt nicht. Der Mensch hat ca. 2 Millionen Schweißdrüsen, die überall in der Haut vorkommen. Besonders zahlreich sind sie an den Handflächen und Fußsohlen, Achselhöhlen und Stirn. Die Schweißdrüsen werden über das unwillkürliche (vegetative) Nervensystem gesteuert. An den Schweißdrüsen sitzen Nervenendigungen des unwillkürlichen Nervensystems. Diese Nerven steuern automatisch zahlreiche Funktionen unseres Körpers, wie Blutdruck, Verdauung, Herzrhythmus und auch die Körpertemperatur. Beim Schwitzen senden die Nervenenden elektrische Impulse an die Schweissdrüsen, damit diese Schweiss bilden und über feine Kanäle an die Hautoberfläche abgeben. Doch an die zweieinhalb Millionen Menschen (1-2%) schwitzen hierzulande auch an ganz normalen Tagen viel zu stark.
Hyperhidrose ist der medizinische Ausdruck für krankhaft vermehrtes Schwitzen (griechisch: hyper = zu viel, hidros = Wasser). Manche Menschen schwitzen am ganzen Körper übermässig stark (generelle Hyperhidrose). Andere schwitzen nur an einzelnen Körperstellen übermässig (lokalisierte Hyperhidrose) – meist an Achselhöhlen (axilläre Hyperhidrose), Händen oder Füßen (palmoplantare Hyperhidrose) oder auch an dem Kopf. Einige fühlen sich dadurch so belastet, dass sie jegliche sozialen Kontakte meiden. Die Mediziner unterscheiden zwischen einer nicht durch andere Ursachen erklärbaren Form, der primären Hyperhidrose, und vermehrtem Schwitzen infolge einer anderen Krankheit. Während die Ärzte bei der primären Form den Schweißdrüsen direkt zu Leibe rücken, kümmern sich die Ärzte im zweiten Fall erst mal um die auslösende Grunderkrankung. Mögliche Gründe für ein krankheitsbedingtes allgemeines übermäßiges Schwitzen sind: Klimakterium (die Wechseljahre), Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Hormone, Parasympathomimetika, Kortikoiden, Beta-Blocker, Salicylsäure u.a.), Hypoglykämie als Symptom einer Zuckerkrankheit, chronische Infekte, bösartige Tumoren oder z. B. Übergewicht.
Es gibt keinen Labor- oder Messwert, der klar aussagt, ob Ihr Schwitzen noch normal oder schon krankhaft ist. Normalerweise erkennt der Arzt jedoch durch die typischen, von Ihnen möglichst genau geschilderten Symptome das Krankheitsbild. Tests wie der „Jod-Stärke-Test“ oder die so genannte „Gravimetrie“, bei der die Schweißabgabe in einer bestimmten Zeit gemessen wird, helfen dem Arzt seinen Diagnoseverdacht zu bestätigen. Folgende Therapieoptionen stehen momentan zur Verfügung.