Nicht-operative Verfahren

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Nicht-operative Verfahren 2017-05-19T09:32:33+00:00
Die einfachste Möglichkeit, das Schwitzen an Händen, Füßen und unter den Achseln zu unterbinden, besteht darin, Roller oder Cremes mit Aluminiumchloridsalzen zu verwenden. Aluminiumchloridsalze (meistens 10-30%) verstopfen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und bändigen dadurch den Schweißfluss. Die Produkte gibt es in unterschiedlichen Stärken. Sie sollten Sie über mehrere Wochen jeden Abend für zwei bis fünf Minuten anwenden. Da die Haut durchs Schwitzen bereits sehr empfindsam ist und die Präparate hautreizend sind, kann sich die Haut in dem behandelten Areal röten, jucken und nässen. Diese Irritationen verschwinden jedoch, wenn Sie die Therapie für eine Weile unterbrechen. Zusätzlich sind Aluminium-Salze in Kosmetika in Verruf geraten, da sie in Verdacht stehen, Brustkrebs auszulösen. Wissenschaftlich ist das aber noch nicht bewiesen. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, die Anti-Schwitz-Deos nicht unmittelbar nach einer Rasur anzuwenden, da dann die Inhaltsstoffe zu stark in die Haut eindringen könnten. Hier sollte man ungefähr fünf bis sechs Stunden warten. Auch sollten höherprozentige Dosierungen nur bei starker Hyperhidrosis nach Rücksprache mit einem Dermatologen und nur für begrenzte zeit eingesetzt werden.
Durch eine so genannte Leitungswasser-Iontophorese sind die Schweißdrüsen nicht mehr so leicht erregbar. Das mindert den Schweißfluss. Der genaue Funktionsmechanismus dieser Behandlung ist noch nicht ganz geklärt. Die Behandlung zeigte aber bei vier von fünf Betroffenen den gewünschten Erfolg und ist in Deutschland die am häufigsten gewählte Therapieform bei übermäßigem Hand- und Fußschweiß.
Es gibt unterschiedliche Medikamente (Anti-Schwitz-Tabletten) zum Einnehmen gegen das Schwitzen. Die schulmedizinischen Medikamente sind sogenannte Anticholinergika, Psychopharmaka oder Beta-Blocker. Ihre Wirkung überzeugt nicht immer, außerdem können sie Nebenwirkungen haben (wie Schläfrigkeit und Mundtrockenheit), so dass wir sie nur dann in Betracht ziehen, wenn andere Therapieansätze nicht erfolgreich waren oder Sie gleichzeitig an einer anderen Erkrankung leiden.
Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist heute sicherlich die sicherste und zuverlässigste Behandlung des lokalisierten Schwitzens. Da die Kosten relativ hoch sind, sollten zuerst andere weniger teuere Massnahmen, wie Aluminiumhydrochlorid-Deos oder Iontophorese ausprobiert werden. Falls diese erfolglos sind, ist Botulinumtoxin eine hervorragende Option. Botulinumtoxin wird in die Haut, an die Schweissdrüsen gespritzt. Da die Einstiche in die Haut an Händen oder Füssen relativ schmerzhaft ist, wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Das Medikament verhindert, dass die Nervenendigungen den Botenstoff Acetylcholin freisetzen. Dadurch bekommt die Schweißdrüse kein Einsatzsignal, so dass die Schweißproduktion erlahmt. Die Nervenenden verkümmern. Die Behandlung muss in der Regel nach sechs bis neun Monaten wiederholt werden, da die zerstörten Nervenenden erneut aussprossen. Auf Antrag übernehmen private Krankenkassen sehr häufig die Kosten der Behandlung.